Pfälzerwald-Tour

Der alte Sack kann es noch! Die 100 Kilometer habe ich nicht ganz voll bekommen. Der Bahnhof in Landau wurde einfach an der falschen Stelle gebaut.

Eigentlich geht die Pfälzerwald-Tour nur von Kaiserslautern bis Hinterweidental. Ein Blick auf die Karte zeigte mir, dass es auf der Strecke von dort bis Landau fast nur noch bergab geht. Beim Start war ich mir noch nicht sicher, ob ich die letzten 38 Kilometer dann auch tatsächlich in Angriff nehmen würde.

Ausgangspunkt:Kaiserslautern
Höhenunterschied:➚ 990 m ➘ 1110 m
Anforderungenschwer
Einkehr:Landgasthof Frauenstein
Dauer:ca. 7,5 Stunden
Länge:98,5 km

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Als Traumtour würde ich die Route durch die Pfalz jetzt nicht unbedingt einstufen. Dafür führt die Streckenführung zu oft an stark befahrenen Landstraßen entlang. Der größte Teil davon ist Radweg. Der Lärm durch den Verkehr bleibt trotzdem. Leider zu oft musste ich diese an Teils unübersichtlichen Stellen queren, weil der Radweg auf der anderen Straßenseite weitergeführt wurde. Da sind gute Ohren gefragt, um herannahende Raser frühzeitig zu hören.

Es gibt aber auch traumhafte Streckenabschnitte entlang der Bahn durch ursprüngliche Täler, in denen man nur das Rauschen des Bachs hört. Durchfahrten durch malerische Dörfer, die liebevoll von den Bewohnern in Schuss gehalten werden. Unterm Strich hatte ich sehr abwechslungsreiche 100 Kilometer.

Die ersten zehn Kilometer hatten es allerdings in sich. Direkt am Ortsausgang von Kaiserslautern hatte der Radweg eher den Charakter eines Singletrails. Mit meinen auf 6 bar aufgepumpten Pneus war das schon mal kein Honigschlecken. Und dann hatten die Planer vor dem letzten steilen Anstieg mit über 10 Prozent, zwei 90 Grad Knicke einbaut. So eine Steigung quasi aus dem Stand anzufahren, schaffe ich leider nicht mehr. Also war schieben angesagt.

Danach ging es wieder relativ flott weiter. Erst am letzten Anstieg wurde es nochmal fies. Erst überholten mich Oma und Opa ohne „E“ auf ihren MTBs. Als wäre dies nicht genug, kam mir noch ein Unimog, der mal bei Y-Reisen diente, entgegen und blies mir seinen Diesel ins Gesicht. So etwas ist nicht schön, wenn man selbst schon nach dem Sauerstoffzelt hechelt. Ich entschied mich dem Rentnerpaar nicht hinterher zu sprinten. Ihre gut gebräunte Lederhaut verriet mir, dass sie die Strecke nicht zum ersten Mal fuhren.

Bei Kilometer 64 lockte mich ein Schild des Landgasthofs Frauenstein zur Einkehr ein. Mangels anderer Möglichkeiten schob ich meinen Drahtesel über den frisch gemähten Streifen und beschlagnahmte einen Platz im Biergarten für mich. Der Pfälzer Spargel hätte sicher ohne die Feinstaubbelastung in der Luft bedeutend besser geschmeckt. Mein Fazit war: Küche gut, Lage suboptimal.

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